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  • AutorenbildAlessandra Weber

Kognitive Dissonanz und Beziehung

Aktualisiert: 16. Apr.



Unsere Psyche strebt nach Integrität. Integrität aufrechtzuerhalten heißt (unter anderem), innere Kohärenz herzustellen. Wir bemühen uns, Wahrnehmungen, Kognitionen, Handlungen und Werte miteinander und mit unserem Selbstbild in Einklang zu bringen. Wenn wir eine Unstimmigkeit wahrnehmen, erleben wir einen unangenehmen Spannungszustand und das ist ganz normal. Es entsteht eine sogenannte kognitive Dissonanz, eine Art innerer Diskrepanz, die wir verringern möchten. Um diesen unangenehmen Spannungszustand zu reduzieren, blenden wir Signale aus, die diese Dissonanz auslösen (Selektive Wahrnehmung) oder wir deuten sie um (Rationalisierung). Wir vermeiden das Gefühl, das aus einem inneren Konflikt entsteht, und lösen ihn durch ein Narrativ aus, womit wir seelisch besser zurechtkommen. Anstatt die Angst vor dem Scheitern zu spüren, sagen wir zu den Trauben: „Sie sind noch nicht reif; und sauer will ich sie nicht pflücken.“ Und so legen wir uns eine Geschichte zurecht, die unsere innere Integrität möglichst nicht gefährdet.

Wenn unser*e Partner*in z.B. Gedanken und Gefühle mitteilt oder Verhaltensweisen zeigt, welche eine kognitive Dissonanz in uns erzeugen, kann es sein, dass wir ihn/sie überhören bzw. übersehen, um uns nicht mit dem Gefühl zu konfrontieren, das diese Signale in uns auslösen (z.B. Unsicherheit, Panik, Scham) oder die Dissonanz zwischen Fremdwahrnehmung und Selbstbild zu verringern. Wir ersetzen die Signale, die wir von ihm/ihr bekommen, mit einem Narrativ, das für uns mehr Sinn macht, und wir überschreiben schnell diese Wahrnehmung mit einer, die unsere emotionale Stabilität aufrechterhält.

Deswegen ist es so wichtig, sich selbst zu reflektieren und hineinzufühlen, sich zu fragen: was macht es mit mir, wenn ich das höre? Was mache ich damit? Wie verhalte ich mich dann? Deswegen ist auch so wichtig, genau hinzuhören und nachzufragen. So signalisieren wir, dass es uns wirklich wichtig ist, den anderen so zu verstehen, zu sehen und wahrzunehmen, wie er/sie es wirklich braucht und nicht, wie wir es brauchen….


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